Sieben-Punkte-Erklärung: Zum Verhältnis von Christen und Muslimen

Sieben-Punkte-Erklärung: Zum Verhältnis von Christen und Muslimen

Bekenntniskreis Baden (›BKB‹)
Pfarrer Dr. Hans-Gerd Krabbe Achern, den 23. April 2018

Angesichts der zunehmenden Islamisierungstendenzen in unserem von christlich-jüdischer Glaubenstradition geprägten Land / angesichts der Terrorakte aus islamischen Quellen / angesichts der anhaltenden Flüchtlingskrise / angesichts der nachvollziehbaren Ängste in der Bevölkerung vor weiterer Bedrohung und vor dem Import ungelöster Probleme aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge / angesichts der Erodierung unseres Rechtssystems – gilt für uns:

  • Wir bekennen uns zu dem dreieinen Gott in Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun alles, um IHN nicht zu verleugnen. Auch alles, um synkretistischen Entwicklungen im Sinne einer Religionsvermischung entgegen zu treten (als glaubten wir alle an ein- und denselben Gott). Wir wollen unseren christlichen Glauben bewähren in Wort und Tat.

 

  • Wir folgen Jesus von Nazareth in unserer Lebensweise nach, üben Nächstenliebe, ggf. Feindesliebe – achten die Würde eines jeden einzelnen Menschen als Geschöpf Gottes.

 

  • Wir respektieren die Glaubensüberzeugungen von Menschen anderer Religionen, werden ihnen dabei jedoch mit unserem eigenen Glaubenszeugnis begegnen und ihnen das Evangelium von Jesus Christus in Kreuz und Auferweckung nicht schuldig bleiben.

 

  • Wir suchen das Gespräch, wenn möglich gar den Dialog mit Andersdenkenden und erwarten dabei eine Kultur von Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, von Respekt und Toleranz, von vertrauensbildenden Maßnahmen. Wir wollen allen Versuchen widerstehen, Probleme abzustreiten, Krisen zu negieren, Konflikte schönzureden. Konstruktive Kritik zu üben, muss erwünscht sein. Probleme zu verschweigen, verschärft die Probleme. Wer sich als Dialogpartner ernstnehmen lassen will, muss alles tun, um an der Lösung von Missverständnissen, von Problemen, Krisen, Konflikten mitzuarbeiten.

 

  • Wir treten für Differenzierungen und Unterscheidungen ein, erkennen also die unterschiedliche Rezeption von Personen wie zum Beispiel von Abraham, von Jesus von Nazareth, von Maria im Christentum einerseits, im Islam andererseits. Von einer abrahamitischen Ökumene auszugehen, bedeutet eine historische wie eine theologische Fälschung. Zu orientalischen Mitchristen pflegen wir Kontakte.

 

  • Dem Wunsch nach interreligösen Gebeten müssen wir aus theologischen Gründen widerstehen, schließlich beten Muslime nicht zum Vater Jesu Christi. Kein aufrichtiges Christengebet kann an Jesus Christus vorbeigehen.

 

  • Wir legen Wert darauf, dass sich die Muslime in unserem Land in aller Deutlichkeit von den Terrorakten distanzieren und diese verurteilen – dass sie die ihnen gewährte Religionsfreiheit (gemäß Art. 4 GG) auch in ihren eigenen Reihen anwenden und gegenüber anderen gelten lassen – dass sie entschieden gegen jede Art von Christenverfolgung aufstehen – dass sie gegen jede Form von Antisemitismus einschreiten – dass sie sich am Grundgesetz orientieren und in den demokratischen Rechtsstaat einbringen – dass sie für die Einhaltung der allgemeinen UN-Menschenrechte (und damit zugleich für die Frauenrechte) einstehen.

 

Pfarrer Dr. Hans-Gerd Krabbe
Evang. Pfarramt Christuskirche
Martinstraße 9
77855 Achern