Pfarrer Dr. Krabbe zur »EKD-Orientierungshilfe Familie«

Pfarrer Dr. Krabbe am 17. August 2013
zur kirchlichen Trauung von zwei homosexuell lebenden Männern:
Warum die „Home-Ehe“ keine Ehe ist …
Begriffsklärungen nötig

Da gab es also jüngst erstmals eine kirchliche Trauung von zwei homosexuell miteinander lebenden Männern in Seligenstadt bei Offenbach: Was ist daran besonders?

Bisher gilt in verschiedenen evangelischen Landeskirchen die fragwürdige, diskutable Praxis, wonach homosexuell lebende Mitmenschen ihre Partnerschaft in einem Gottesdienst unter den Segen Gottes stellen lassen können – Stichwort: »Segnung einer homosexuellen Partnerschaft«. Zwei homosexuell lebende Menschen werden also kirchlich ›verpartnert‹ und eben nicht getraut, sie finden ggf. ›Partnereltern‹, nicht jedoch ›Schwiegereltern‹. Ob nun allerdings die Bezeichnung ›Homo-Segnung‹ eine liturgisch-adaequate sein kann, bleibt wohl zu fragen.

Wie man dazu nun auch stehen mag: damit aber ist der Unterschied zu einer kirchlichen Trauung deutlich markiert. In einer kirchlichen Trauung stellen Mann und Frau ihre Ehe unter den Segen Gottes. Ehe und Familie sind klar definiert: Zu einer Ehe gehören Mann und Frau, zu einer Familie Eheleute und Kind(er).

Inzwischen jedoch gerät einiges durcheinander, zum Beispiel, wenn volkstümlich von einer sogenannten »Homo-Ehe« gesprochen wird, die es ja gar nicht geben kann, wenn ›Ehe‹ die Gemeinschaft eines Mannes und einer Frau voraussetzt.

Die Probleme steigern sich, wenn nun sogar der Rat der EKD mit seiner sogenannten »Orientierungshilfe Familie« Ehe und Familie hinstellt als eine der möglichen ›Lebensformen‹ neben anderen: gleichwertig, gleichrangig, gleich gültig. Wenn damit Ehe und Familie im herkömmlichen Sinn degradiert und nivelliert werden auf eine Stufe bis hin zu polyamoren Beziehungen, welcher Art auch immer. Es geht nicht darum, zu diffamieren und zu diskriminieren – aber es geht darum, Lebensverhältnisse auch in ihren Begrifflichkeiten zu klären, auseinander zu halten, zu unterscheiden. Wer dafür einsteht, kann sich von einer kirchlichen Trauung homosexuell lebender Mitmenschen nur distanzieren.