Predigt vom 16.09.12

15. Sonntag nach Trinitatis
Galater 6,2.7.10

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft Heiligen Geistes sei mit uns allen! Amen.

Liebe Gemeinde!

Die Bibel ist ein Buch voller Lebensweisheit, voller Lebenshilfe, voller Hilfen für unser aller Leben! Wer die Bibel beiseite legt, in den Schrank stellt, vielleicht noch gelegentlich abstaubt, der beraubt sich um Erkenntnisse, die auch für ihn höchst wertvoll, höchst hilfreich, höchst wichtig sein könnten!

Die Bibel enthält die Liebeserklärung Gottes an uns Menschen alle, an jeden einzelnen Menschen, an dich und mich. Du bist Gott nicht egal, im Gegenteil: Gott tut alles, um dich zu gewinnen für ein Leben mit IHM. Gott will nicht nur, dass es dir gut geht, nein, Gott will dein Bestes in Zeit und Ewigkeit!

Drittens: Die Bibel sagt dir und mir, was Sache ist: dass Gott dich liebhat, aber auch, dass du oft genug ganz anders lebst, als Gott es will. Wie oft meinst du, auch ohne Gott ganz gut leben zu können / Gott nicht zu brauchen / oder gar: Gott sei überflüssig oder hätte längst ausgedient. Doch wie ist das: Bist du der Macher deines Lebens? / Bist du deines eigenen Glückes Schmied? / Hast du alles immer und überall im Griff?? Tanzen alle nach deiner Pfeife? – Was dann, wenn´s schief läuft, wenn Ängste und Sorgen zuschlagen, wenn Krisen und Konflikte sich auftürmen? Hast du dann so etwas wie eine eiserne Ration, um dagegen zu bestehen?

Die Bibel sagt dir für dein Leben Wesentliches, Wichtiges, Entscheidendes – das passiert auch heute morgen, durch drei Bibelworte aus dem Predigttext für heute, die wir einzeln bedenken wollen, aus Galater 6:

Zunächst 6,2:

»Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen!«
Was Gesetze sind, das wissen wir – wissen wir auch, was mit dem »Gesetz Christi« gemeint ist? // Gesetze müssen beachtet, befolgt, eingehalten werden: gilt das auch für das »Gesetz Christi«? // Wer Gesetze übertritt, rechnet damit, bestraft zu werden – wie ist das: straft Gott? / Erscheinen all deine Vergehen, all deine Sünden sofort auf dem Display Gottes? Und: ist ER immer gleich zur Stelle mit dem erhobenen, warnenden, drohenden Zeigefinger?

Das »Gesetz Christi« ist vom Wortlaut her klar und einfach – aber danach zu leben, ist oft genug alles andere als einfach. »Du … Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deinen Kräften und deinen Nächsten wie dich selbst!« Das ist uns aufgegeben – danach aber zu leben, fällt manches Mal sogar furchtbar schwer … Ausgerechnet auch noch den Mitmenschen lieben, diesen da mit dem ›Charme einer Kratzbürste‹? Und: ›immerzu nur Liebe‹, auch da, wo gelogen und betrogen wird? Dem ist doch zu widerstehen! – Seien wir ehrlich: Wir werden nicht jedem Menschen mit Liebe und Freundlichkeit begegnen, wir werden auch widersprechen und widerstehen müssen, aber eines sollten wir beherzigen: den Respekt dem Mitmenschen gegenüber! Und wenn dieser Respekt dann darin besteht, dass wir einander aus dem Wege gehen …

»Gott lieben«, das kann gerade auch darin geschehen, dass ›einer des anderen Last trägt‹, dass einer dem anderen hilft, dass die Lasten des Lebens leichter werden. Dazu sind wir doch da! Uns wechselseitig zu helfen! »Geteiltes Leid ist halbes Leid«, sagt der Volksmund mit gutem Grund. Also: Lebt so, dass ihr einander das Leben leichter macht und eben nicht schwerer. Nur – leben wir so? Ist es nicht oft genug so, dass wir dem anderen das Leben schwerer machen? / den, der schon niedergedrückt ist, noch weiter niederdrücken? – Gott lieben wir so aber nicht!

Zweiter Vers – 6,7:

»Irret euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten!«
Manche Menschen erleben Hohn und Spott: in der Schule, am Arbeitsplatz, selbst in der Familie. Selbst Gott wird verspottet!
Muslime wehren sich gegen die Karikaturen von Sulman Rushdie, wehren sich dagegen, wenn nun auch der Prophet Mohammed in einem US-Film verspottet wird. Sicher, etliche Muslime greifen dabei zu Mitteln, die nicht akzeptiert werden können: wenn da voller Wut nicht nur randaliert wird. Doch wie ist das: Gibt es heutzutage noch so etwas wie ein religiöses Ehrgefühl? So etwas wie eine religiöse Schmerzgrenze? Wie ist das mit dem Straftatbestand der Blasphemie, der Gotteslästerung? Alles längst überholt? Wie ist das: Lassen wir Christenmenschen einfach geschehen, wenn in unserem Land die Ehre Gottes geschmäht wird / wenn man den Namen Gottes völlig unbedacht im Munde führt / wenn die Gebote Gottes missachtet werden? Wie oft verwenden Menschen in ihren Worten den Namen Gottes, die mit Gott gar ›nichts im Hut haben‹ – »Du … den Namen Gottes nicht missbrauchen«, heißt es in der Bibel! – »Du … nicht morden, nicht stehlen …«: Wer von uns Christenmenschen regt sich denn noch auf über die hohe Zahl der Abtreibungen, über willkürliche Sexualpraktiken? / Nehmen wir es Schulter zuckend hin, dass Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien exportiert werden, dass der Iran sein Atomprogramm fortsetzt und weiterhin unverhohlen mit der Vernichtung Israels droht?
»Irret euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten!«

Dritter Vers – Galater 6,10:

»Lasst uns Gutes tun gegenüber jedermann!«
Da ist jeder von uns gefragt und gefordert. Da hat jeder von uns alle Hände voll zu tun. Da wird niemand von uns jemals arbeitslos. Gutes tun, Gottes Güte weiterleben zu unseren Mitmenschen hin, Gottes Güte gar verströmen – warum, was hab´ ich davon, wer profitiert davon? – Klare Antwort: Gerade auch du selbst! Du hast ´was davon. Du profitierst davon. Dir tut das gut, wenn du Gutes tust! Soll ich den Satz wiederholen? Dir tut das gut, wenn du Gutes tust! Amen.