Acherner Erklärung – 14. August 2014

Die Bibel enthält und bezeugt »das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir zu vertrauen und zu gehorchen haben.«

Auf der Grundlage der Heiligen Schrift und der kirchlichen Bekenntnisschriften einschließlich der »Barmer Theologischen Erklärung« (aus dem Mai 1934) – erklären wir als protestantische Christen aus der Mitte der Kirche Jesu Christi heraus:

  • Wir stellen uns der Aufgabe, uns innerhalb der kirchlichen Öffentlichkeit und darüber hinaus zu Wort zu melden und in den Diskurs einzusteigen, insbesondere dort, wo christliche Glaubenswerte ignoriert, herabgewürdigt und missachtet werden. Wir vertreten biblisch begründete Theologie und wenden uns gegen jede Gottvergessenheit in Kirche und Gesellschaft.
  • Wir verurteilen jegliche Anpassung und Anbiederung an den Zeitgeist, etwa in der Gender-Ideologie, die sich im Gegensatz zur biblischen Anthropologie formiert und auf die Umerziehung wie auf die Sexualisierung der Gesellschaft abzielt (z.B. mit der Auflösung der Geschlechter-Unterschiede von Mann und Frau – z.B. mit der Forderung nach »Akzeptanz sexueller Vielfalt« in den Bildungsplänen).
  • Wir ermutigen zu Ehe und Familie im tradiert-bewährten Sinn (aufgrund von Gen. 1,27.28 / Mt. 19,4-6 / Hebr. 13,4) – respektieren Menschen, die in homosexuellen Beziehungen leben (wollen), ignorieren dabei aber nicht die Differenzen zwischen Ehe (mit der Option zu eigener Nachkommenschaft) und eingetragener Lebenspartnerschaft, zwischen kirchlicher Trauung und dem Wunsch nach gottesdienstlicher Segnung für gleichgeschlechtlich Verpartnerte. Bei aller Toleranz jedoch: Diesem Wunsch können wir aufgrund des Segensverständnisses (nach Gen. 1,27f. und nach Num. 6,27) nicht entsprechen.
  • Wir verwerfen die vom Gesetzgeber zugestandene Abtreibungspraxis (ausgenommen die aufgrund von kriminologischer oder medizinischer Indikation) und befürworten das Lebensrecht eines jeden einzelnen Menschen. Wir treten ein für die Würde und den Schutz des menschlichen Daseins: von den ersten (praenatalen) Anfängen aus an bis ins Ende menschlichen Lebens hier auf Erden. Wir verwerfen alle Möglichkeiten zur aktiven Sterbehilfe. Wir glauben, dass Gott Herr ist über Leben und Tod.
  • Wir beklagen, dass Christen in verschiedensten Ländern dieser Erde bedrängt, bedroht, verfolgt, ermordet werden – und appellieren an die politischen Machthaber in unserem Land und in den betreffenden Ländern, dagegen vorzugehen.
  • Wir wenden uns gegen jede Form von Israel-Vergessenheit und Antijudaismus in Theologie und Kirche – stehen ein für das Existenzrecht des Staates Israel – wissen uns der Solidarität mit Israel verpflichtet.
  • Wir ›suchen den Frieden und jagen ihm nach‹ (nach 1. Petr. 3,11), das heißt: wir favorisieren gewaltfreie Konfliktlösungen und erkennen darin oberste Priorität – sehen aber auch, dass »in der noch nicht erlösten Welt« internationale Interventionsarmeen im Sinne einer ›ultima ratio‹ nötig sein können, um einem noch größeren kriegerischen Übel an Aggression, Brutalität und Gewalt mit militärischen Mitteln wirksam Einhalt zu gebieten.
  • Wir gründen uns auf Apg. 5,29 (»Gott mehr gehorchen als den Menschen«) und stellen die Frage nach dem »status confessionis« angesichts von die Kirche und das Glaubenszeugnis gefährdenden Irrtümern (z.B. gegenüber dem Götzen »Mammon«).
  • Wir unterstützen alle Anstrengungen, die sich für die ›Bewahrung der Schöpfung‹ einsetzen und für eine faire Weltwirtschaftsordnung in Solidarität mit den Armen.
  • Wir suchen die Zusammenarbeit mit evangelischen Mitchristen und wünschen uns deren Engagement und Fürbitte.

Entwurf:

Pfarrer Dr. Hans-Gerd Krabbe
Evang. Pfarramt Christuskirche
Martinstraße 9
77855 Achern