„Deutsches Pfarrerblatt“, Juni 2016, 364

Hans-Gerd Krabbe
Christlichen Glauben bekennen: nach dem Apostolicum
Edition Glauben und Leben Münster 2016
(ISBN 978-3-944804-06-4), 14,90 Euro

Dieses Büchlein versucht, Hilfestellung für eine Aufgabe zu geben, die heute nötiger als je ist. Kommt es doch immer mehr darauf an, dass Glieder unserer evangelischen Gemeinden ihren Glauben und ihre Hoffnung eigenständig formulieren, dass sie sagen können, warum sie Christen sind und inwiefern ihnen ihr Glaube Orientierung und Halt gibt. Und dies auch gegenüber Angehörigen anderer Religionen, die nun vermehrt in unseren Blick treten und oft ganz anders als wir Christen ihre Religion sichtbar und stolz und selbstbewusst leben. Damit Gemeindeglieder dazu fähig werden, nimmt sie der Verfasser an die Hand und geht mit ihnen das apostolische Glaubensbekenntnis durch, einen Text, in den die gottesdienstliche Gemeinde Sonntag für Sonntag einstimmt, und der ihr doch in seinen Formulierungen oft fraglich und fremd ist.

Anders als viele Materialien zu Glaubenskursen will dieses Büchlein jedoch nicht nur erklären, Fragen stellen, Diskussionen anregen. Es will Antworten geben, zeigen, welche Orientierungen und Vergewisserungen der Glaube schenkt, und damit Menschen zurüsten, dass sie als „überzeugte und überzeugende Christen mit Profil, Rückgrat, Wagemut“ ihren Glauben leben und antworten können, wenn sie gefragt werden (vgl. 1. Petr 3,15).

Die Darlegungen gliedern sich in 27 Abschnitte, beginnend mit der Erläuterung, was denn die Wendung „Ich glaube“ bzw. „ich glaube an…“ bedeutet, und endend mit der Erklärung des Wörtchens „Amen“. Eingeschoben ist an entsprechenden Stellen aber auch anderer Katechismusstoff: Die „Zehn Worte“, Gottes Gebote (7), das Gebet Jesu, das „Vater unser“ (13), das Doppelgebot der Liebe (14) und die drei Aufträge (23-25), die Christus den Seinen hinterlassen hat: der Tauf- und Missionsbefehl, die Stiftung des Herrenmahls, die Anweisung zum Dienst untereinander (Fußwaschung).

Das Büchlein ist nicht an der wissenschaftlichen Exegese vorbei geschrieben. Einsichten der historisch-kritischen Forschung werden vorausgesetzt (wenn auch manche heute wieder hinterfragt sind), kirchengeschichtliche Informationen kommen vor. Doch vorrangig geht es dem Verfasser nicht um Belehrung. Er möchte die Lesenden in das Lob Gottes mit hineinnehmen, in den Hymnus, der als Grundton des apostolischen Bekenntnisses zu entdecken ist und der auch deutlich die Sprache des Auslegers prägt.

So ist es nicht verwunderlich, dass im Klappentext vielfache Verwendungsmöglichkeiten für das kleine Buch genannt werden: die persönliche Meditation, die Andacht in Gruppen und Kreisen der Gemeinde, Gespräche in ökumenischen Hauskreisen und eben auch Glaubenskurse. Dass die vorgelegten Texte hier Gehör finden und eine Hilfe zum selbst verantworteten Glauben bieten, ist zu wünschen. Ob und wie dies geschieht, muss sich in der Praxis erweisen.

Prof. em. Dr. Gisela Kittel

in: „Deutsches Pfarrerblatt“, Juni 2016, 364