Predigt am 19. Sonntag nach Trinitatis – Konfirmationsjubiläen

Achern, 22. Oktober 2017

Apk. 21,6

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus,

die Liebe Gottes

und die Kraft Heiligen Geistes sei mit uns allen! Amen.

 

Von GOTT geliebte Jubiläumskonfirmanden, von GOTT geliebte Gemeinde!

Wie war das wohl damals: vor 50, vor 60, vor 65, vor 70, vor 75 Jahren, als Sie konfirmiert wurden … Als Sie festlich-feierlich in die Kirche einzogen? Als Sie vor GOTT und vor der Gemeinde versprachen, als Christ leben zu wollen und ihren Glauben bewähren zu wollen in Wort und Tat? Zitterten da die Knie? Gab´s da eine Prüfung vor versammelter Gemeinde? Und wenn Sie heute zurückblicken, Jahrzehnte in Ihrem Leben zurück: was alles haben Sie seitdem erlebt: was alles an Freude und an Glück, was auch an Kummer und Sorgen, an Krankheit und Leid? Und wie viel war da in Ihrem Leben an göttlicher Führung, Fügung und Bewahrung? So dass Sie heute in vielfältiger Weise nur danken können: GOTT danken können? – ›Bis hierher hat ER mich gebracht, bis hierher hat ER mich geleit´, bis hierher mir geholfen!‹

Und wie ist das mit unseren 60 Konfirmanden heute: Wird sich Konfirmanden-unterricht und Konfirmation so in Euer Gedächtnis einprägen, dass Ihr Euch späterhin gerne daran erinnert? Dass Ihr Jahre und Jahrzehnte später noch wisst, wer Euch konfirmiert hat, wie Euer je eigener Konfirmationsspruch lautet? Werdet Ihr eines Tages Euer eigenes Konfirmationsjubiläum feiern, angefangen mit der Goldenen Konfirmation? – Es wäre Euch ja nur zu wünschen!

Ich weiß nicht, mit welchem Bibelwort Sie als Jubiläumskonfirmanden damals zu Ihrem ersten großen Tag bedacht worden sind: darüber mögen wir später sprechen. Doch ein Bibelwort soll´s auch heute sein / eines, das Ihr gemeinsamer Konfirmationsspruch an Ihrem heutigen Ehrentag sein soll, Jesu Christi Wort aus dem letzten Buch der Bibel, aus Offenbarung 21, Vers 6:

»ICH bin das A und das O, der Anfang und das Ende.

ICH will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers: umsonst.«

Ein starkes Wort, wie ja die Bibel voller starker Worte ist. Ein Wort der Verheißung, die sich bereits erfüllt hat und die sich weiterhin erfüllen will. Jesus Christus selbst spricht hier. ER ist »das A und das O, der Anfang und das Ende«. Auf IHN kommt´s an, auf Jesus Christus und auf Seinen Vater in den Himmeln. Von IHM kommt alles her, auf IHN läuft alles zu. In IHM »leben, weben und sind wir«. Gut und glücklich, wer das weiß, glaubt, beherzigt!

Jesus Christus ist der gute Hirte für uns, der Helfer, der Heiland. Der, »der Heil und Leben, Glück und Segen mit sich bringt«: für uns, zu unserem Heil und Wohlergehen. Damit unser Leben gelingt, glückt, Erfüllung und schließlich Vollendung findet in Gottes Reich der Himmel. Dorthin sind wir unterwegs.

Dieser Heiland sagt: m»ICH will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers: umsonst.«

Was Durst heißt, wissen wir Menschen alle. Wenn die Zunge am Gaumen klebt, wenn jemand lechzt nach frischem Wasser. Wichtiger als Essen ist das Trinken! Wie kostbar sauberes Wasser ist, mögen wir erahnen. Wie schlimm, wenn ein Mensch verdurstet, wenn ihm das fehlt, was er so dringend zum Leben braucht!

Nun sagt Jesus Christus: »ICH will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers: umsonst.«

Was ist damit gemeint? Mit der »Quelle lebendigen Wassers«? Ist mit der ›Quelle‹ nicht GOTT gemeint? Und wie ist das mit dem ›Wasser‹ zu verstehen (?): ist damit nicht der Glaube gemeint, das Urvertrauen in einen großartigen GOTT und Vater in den Himmeln?

Und was bedeutet das Stichwort ›umsonst‹? – Das haben uns doch die Reformatoren erklärt: Luther und Melanchthon, Zwingli und Calvin zum Beispiel, mit ihren reformatorischen ›Soli‹: »sola gratia« etwa: ›Allein aus Gottes Gnade leben wir Menschen alle. Allein aus Gottes Gnade sind wir Menschen recht, gerecht, gerechtfertigt vor GOTT. Nicht durch eigene Leistungen und Verdienste können wir GOTT gnädig stimmen oder uns gar einen Platz im Himmelreich erwerben, nein, allein Gottes Gnade macht´s, nichts sonst. Und diese Gnade ist pures Geschenk, Gottes Geschenk an uns alle!

Ja, nun denn, und wer ist mit dem ›Durstigen‹ da gemeint? Das sind wir, das bist du wie ich. Durstig sind wir alle, nach GOTT. ER will unseren Durst stillen, schon hier und jetzt und hernach in aller Ewigkeit! Amen.