100 Jahre Bau der Christuskirche

Im Jahre des Heils eintausend neunhundert und acht, am Sonntag Misericordias Domini den 3. Mai, im 100. (Jahr) der Erhebung des Dorfes Achern zur Stadt wurde der Grundstein dieser Kirche gelegt. 

Möge unter der Obhut des allmächtigen Gottes und den Segnungen des Friedens der Bau ohne Unfall seiner Vollendung entgegenschreiten; möge dieses Gotteshaus der lange Jahrhunderte dauernde Mittelpunkt sein, um den sich alle evangelischen Christen Acherns und seiner Nachbarorte vereinigen, eine gern besuchte Stätte gemeinsamer Andacht und Erbauung, der Erhebung über die Sorgen und Nöte des Alltagslebens, der Stärkung für heiligen Lebensernst und christlichen Wandel, ein Hort der köstlichen Güter der Reformation: des Bibelglaubens und der Gewissensfreiheit, ein Wahrzeichen des kirchlichen Sinnes, mit dem das Werk unternommen ward, eine weithin sichtbare Mahnung an das jetzige und jedes kommende Geschlecht, sich zu einem heiligen Tempel zu erbauen, an welchem Jesus Christus der Eckstein ist und festzustehen auf dem für alle Zeiten gelegten Grunde.

Das walte Gott!
Achern, den 3. Mai 1908

Der Evangelische Kirchengemeinderat

Karl Spitzer, Pfarrverwalter
Friedrich Brandt, Anstaltsgeistlicher
Friedrich Peter
Adolf Armbruster
Albert Vollmer
Karl Roß
Heinrich Finkbeiner
Florentin Ziegler

Mit der Grundsteinlegung am 3. Mai 1908 – der erste Spatenstich erfolgte bereits am 24. Februar 1908 – beginnt das mutige Werk der jungen Kirchengemeinde in Achern eine evangelische Kirche zu bauen, die 450 Sitzplätze bietet und die dennoch erst „1420 evangelische Glaubensgenossen“ in 18 Ortschaften zu ihrem Seelsorgebezirk zählt. Mit dem Auszug aus der Urkunde möchten wir das einhundertjährige Jubiläum des Kirchenbaus einläuten. Bis die Christuskirche eingeweiht werden wird, vergehen noch weitere 16 Monate.

Am 12. September 1909 war es soweit, dass der erste Gottesdienst mit der Festpredigt über Hebr. 13,8 „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ gefeiert werden konnte. Zwischen Grundsteinlegung und Einweihung liegen weitere bedeutende Daten der Baugeschichte:

4. März 1909 – Glockenweihe
In dem Zeitungsartikel dazu heißt es:
„Die Glocken der Christuskirche sind mit den Glocken der katholischen Stadtkirche harmonisch abgestimmt, sodass es, wenn sie gleichzeitig erklingen, ein melodisches Geläute gibt. Möge die Harmonie des Geläutes (…) unter der Hohenzollerndevise „Jedem das Seine“ für die Bewohner der Stadt Achern und ihrer Umgebung eine symbolische Deutung allezeit finden können.“

Am 25. Juni 1909 war in der Zeitung zu lesen: „Die Christuskirche in Achern erhielt einen prächtigen Schmuck durch die gemalten Glasfenster, die dieser Tage eingesetzt wurden. (…) Die fünf Glasgemälde werden nicht nur den Hauptschmuck der neuen Christuskirche bilden, sondern auch eine große Sehenswürdigkeit unserer Stadt sein.“

Kaum einen Monat später, im Juli 1909, wird der ordnungsgemäße Einbau der Orgel durch Herrn Hoforganist Th. Barner aus Karlsruhe bestätigt.

Und endlich konnte für den 12. September zur Kirchweih geladen werden.
Die Bauzeit wollen wir im Abstand von 100 Jahren begleiten und feiern. Dazu werden wir Sie zu Konzerten und Vorträgen, zu Gottesdiensten und vielem mehr einladen.

Vielleicht gelingt es uns auch eine Ausstellung mit Bildern aus dem Gemeindeleben zu organisieren. Dazu suchen wir alte Fotografien von Konfirmationen, Hochzeiten und anderen Festen in und um die Kirche.
Wenn Sie im Besitz von solchen Dokumenten sind, dann lassen Sie es uns wissen, wir werden sorgsam damit umgehen und in geeigneter Weise veröffentlichen.